Dieser ganze CopysonstwasKrams regt mich tierisch auf! Mein Gott! Wenn ich so blöd oder so eitel oder so stolz oder so sonstwas bin, meine (von mir aus: kreativen) Ergüsse öffentlich zu machen, dann habe ich jegliches auch nur im entferntesten begründbare Eigentumsrecht schlicht vergeben, verspielt, aufgezehrt. Das wäre so, als wenn ich die Luft, die ich ausatme, für andere kostenpflichtig machen würde. Oder ihnen Begründungen abzwänge, warum sie gerade meine Ausatemluft gebrauchen würden. Oder ihnen eine Kennzeichnungspflicht auferlegte, dass sie zu einem bestimmten Anteil MEINE LUFT für ihr eigenes Atmen benützten.
Von daher, liebe Vernutzer meines geistigen Inhalts (sind mir bislang leider noch nicht vor die Flinte gekommen *GRRRRR!*): nutzt fremd, schmückt euch mit fremden Federn, tut so, als wäre mein Gedanke der eure, eignet an, verdaut, verarbeitet, verbreitet – ihr habt meinen Segen! Es wäre mir eine Ehre, Formulierungen gefunden zu haben, Melodien, Farben + Formen, die es von Fremden für wert erachtet werden, kopiert, vervielfältigt, zitiert, angeeignet, imitiert, als Schmuck verbraucht, als Zeichen vernutzt: schlicht: geschätzt zu werden.
Liebe CopyRightler/Leftler/etc.: ich werde stets euer GeRECHTe akzeptieren (wenn ich es denn mitgeteilt bekomme – weiss ich sonst, wie ihr gerade tickt?); aber ohne Begeisterung, ohne Lust und ohne Überzeugung. Es ist mir schlicht zu mühsam und im Zweifelsfalle auch schlicht zu teuer, irgend eine abweichende Überzeugung durchzusetzen. Warum auch? Panzert eure Ergüsse ruhig mit einem kompletten Rechtsstaat, mit Staatsanwaltschaft, der Bundeswehr, Bush oder bin Laden: ich akzeptiere eure Beschränkungen dadurch nicht mehr, als wenn ihr einfach um Achtung eurer privaten Auffassung von geistigem Eigentum bittet. Einer solchen Bitte bin ich stets mit all meinem theoretischen Gedenke und Gemeine unterlegen: weil ich Eigentum für eine pure Behauptung halte und nicht derjenige sein will, der andere zu aufwendigen + kostspieligen Behauptungsbeweisen zwingt.
Wenn mir wer sagt: dieser Gedanke ist mein Eigentum, diese Formulierung ist mein Eigentum etc. etc. etc., dann sage ich nur: werde glücklich mit diesem deinem Eigentum. Ich bin an all dem reich genug. Ich brauche dich nicht! Und bevor ich dich bräuchte, würde ich lieber schweigen.
Das tue ich jetzt auch. Ding leer, ich vorbei.
Comment / 11-23-2007 / 12:13
Das Beharren auf geistigem Eigentum scheint bei den Vertretern desselben in reziprokem Verhältnis zu den schöpferischen Leistungen zu stehen.
Oder anders gesagt: ausgerechnet jene, nach denen kein Hahn kräht, meinen sie hätten die dicksten Eier gelegt.
Viele Grüße
Michael
Comment / 11-24-2007 / 19:10
“Getretener Quark wird breit, nicht stark!” – Johann Wolfgang v. G.
Ich hab’ andere Sorgen. Gleichwohl, wenn mir so ein schöner – hier passender – Satz eingefallen wäre, wäre ich nicht besonders glücklich, wenn jeder beliebige Schlaukopf behaupten dürfte, ihm sei er gelungen. Mit diesem Rest an Eigenliebe habe ich noch zu kämpfen. Schlagen Sie mich!
Herzlichst
Ihr Spaßverderber
Comment / 11-29-2007 / 17:46
Sie wären also damit einverstanden, wenn jemand einen weiteren Blog unter dem Namen “Freiheitsfabrik” inklusive desselben Layouts eröffnet?
Comment / 11-30-2007 / 07:18
@Burkhard
Yepp! Wäre eine spannende Kiste. Den würde ich sogar verlinken und mit liebevollem Auge überwachen … natürlich nur, wenn auch ein intelligenter Pfroppel diese Idee betreibt + ich einen subjektiven Mehrwert dabei abzapfen kann.
Nur kopieren iss hässlich + doof.
Comment / 12-01-2007 / 21:01
Ich dachte, Du wärst für FREECOPY?
Und was ist, wenn Freiheitsfabrik II ein Werbebanner schaltet und sich eine goldene Nase mit deiner Idee verdient?
Comment / 12-02-2007 / 10:11
Warum sollte die Nutzung der Freiheit nicht hässlich und doof sein können?
Wer zu spät kommt (oder zu faul, zu doof, zu phantasielos, zu unentschlossen …
, den bestraft das Leben 
Leave a Reply
Kommentar-RSS
Befeuert mit WordPress 3.0
Theme von Sparanoia
Anmelden