… und rauche genüsslich eine dicke Zigarre, Ringmaß 52, und schaue über die die Buchrücken. Denke an nix. Mein Blick fällt auf Paul C. Martins "Kapitalismus" – erinnert sich noch jemand an den Crash-Theoretiker? PCM hat sogar in BILD geschrieben, solange, bis sein Weltuntergangstermin verstrichen war und sich keiner mehr für ihn interessierte. Dennoch leben die Theorien der Zinskritiker unausrottbar weiter, und die gegenwärtige Krise gibt ihnen Auftrieb. Zinssenkung als Kompromiss (statt deren Abschaffung) ist in aller Munde als wohlfeile Abhilfe für die Krise. Ein Kalauer der Zinskritiker besagt ja, ein Cent bei Christi Geburt gespart würde heute mit Zins und Zinseszins mehr Vermögen wert sein als alle Währungsvolumen zusammen – das würde ja die Absurdität des Zinses zeigen. Auf einmal trifft mich die Erkenntnis, was falsch an der Argumentation der Zinsgegner ist.
1. Wenn ich für mein Enkelkind heute 1.000 Euro anlegen würde. Gehen wir der Einfachheit von einer Verdoppelung in 10 Jahren aus. Mit 20 würde mein Enkel 4.000 Euro bekommen. Gehen wir des weiteren von 0 Inflation aus. Mein Enkel würde das Geld nicht ausgeben, sondern weiter sparen. Der Konsumverzicht wäre nun aber nicht 1.000 Euro, sondern 4.000 Euro. Auch mit 30 würde er die 8.000 Euro nicht ausgeben. Mit 70 hätte er stolze 128.000 Euro (wenn ich richtig gerechnet habe, aber auf die Summe kommt es nicht an). Worauf ich hinaus will: Es ist falsch zu sagen: Es ist absurd, dass aus dem mageren Konsumverzicht von 1.000 Euro nun 128.000 Euro geworden sind. Denn z.B. mit 60 hat er auf das Verkonsumieren von 64.000 Euro verzichtet. Die Zinskritiker schauen nicht auf den Prozess, sondern nur auf den Anfangs- und Endpunkt.
2. Wichtiger ist aber noch der zweite Schritt, der aus dem ersten Argument folgt: Nicht das "Geld hat gearbeitet", wie so schön doof gesagt wird, sondern jemand hat "mit dem Geld" oder besser gesagt: mit dem Kapital gearbeitet. Wenn ich auf das Verkonsumieren von 1.000 Euro verzichtet habe und jemand mit diesem Kapital (nicht mit dem Geld, sondern mit dem Gegenwert an was immer produktives Kapital ist) gearbeitet hat, hat er Mehrwert geschaffen. Einen Teil hat er als Gebühr an mich angeführt. Wenn mein Enkel mit 50 sich entscheidet, das Geld weiter zu sparen (zu verleihen), so stehen demjenigen, der es leiht, nun tatsächlich 64.000 Euro als Kapitalwert zur Verfügung und nicht nur meine ursprünglichen 1.000 Euro. Die Behauptung, Zinseszins sei nur "Luft", ist falsch. Jedenfalls wenn es keine Geldvermehrung gibt. Und das ist der Knackpunkt: Nicht der Zins, sondern die Geldvermehrung ist das Problem.
Natürlich, so steht es schon bei Mises und bei Hayek und bei Rothbard. Ich fand es nur spannend, einen Moment festzuhalten, in welchem ich die Wahrheit der Theorie wirklich gespürt habe und begriffen habe, was bei den Zinskritikern im Kopf vorgeht. Aber wahrscheinlich sehe ich das alles wieder mal zu einfach oder (wahlweise) zu kompliziert. Eigentlich wollte ich sagen: Lest Mises "Human Action" und ihr versteht die Welt. Manchmal dauert es allerdings eine Weile und man muss ein Zigarre rauchen und an nichts denken …
Comment / 01-27-2008 / 19:46
Dieser unsägliche Paul C. Martin schrieb doch auch mal ein Buch mit dem Titel “Zahlmeister Deutschland”.
Pingback / 03-29-2008 / 23:02
[...] rauchen halte ich für ein Gerücht! > > in meiner Studienzeit war ich selbst Darsteller in gewissen Filmen > > und von meinen Kollegen haben die meisten geraucht. Ich war Zeitweise > > der einzige der nicht geraucht hat (bei einem Team von ca 20 leuten > > am Set). > > Und? > > Ich meinte das übrigens im übertragenden Sinne. > > Das Rauchen keine Auswirkungen auf die biologische Potenz zumindest > im jungen Alter hat glaube ich ja gerne. > > Aber wie oft und wie lange jemand am Tag kann, hat nichts damit zu > tuen wie “Dick seine Eier” sind und wie “hart sein Schwanz”. warum müssen nichtraucher immer auf Raucher einprügeln ? meine Freundin raucht auch…und ? schön isses nicht aber ich würd da auch nie was sagen weils ihr ding ist! Sie raucht nicht in der Wohnung und von daher ist es ok. immer dieses genöle auf die “doofen” raucher nervt wirklich. Jeder Raucher sollte begriffen haben das es ihn früher oder später umbringt…also lasst sie doch wenn sie wollen. Entlastet die Rentenkasse im Übertragenen sinne kann man auch sagen das nichtraucher wie ich unpatriotisch sind. Sie zahlen keine Tabaksteuer von der ein großteil des “kampfes gegen den Terror” finanziert wird…….ich behaupte ja auchnicht das jeder der Sims spielt keine Freunde hat oder das jeder der bei der Bundeswehr ein Mörder ist. [...]
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