Wie mir, aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, mitgeteilt wurde, plant die Bundesregierung in Folge des außerordentlich großen Erfolges des Verschrottungsprämie, das Anreizsystem für den Kauf von Neuwagen noch zu verbessern und zu erweitern.
Ab 1. April 2009 sollen Neufahrzeuge, direkt vom Fließband in die Schrottpressen laufen. Die Käufer der Neuwagen erhalten für jeden so verschrotteten Neuwagen eine Prämie in Höhe von 25.000,- bis 75.000,- Euro.
Es bestünde, so ist aus Kreisen des damit beschäftigen Referats im Bundesministerium für Wirtschaft hinter vorgehaltener Hand zu erfahren, durchaus die Hoffnung, dieses Verfahren des sog. geschlossenen KFZ-Kreislaufs (eng. TCR Total Consumption Recycling) auch auf andere Branchen, wie etwa die Bauwirtschaft anzuwenden. Demnach sollen neu gebaute Gewerbe- oder Wohnimmobilien unmittelbar nach Fertigstellung wieder abgerissen werden.
Sprecher des Verbandes der Automobilhersteller und des Verbandes des Bauhauptgewerbes haben bereits großes Interesse an dem Konjunkturprogramm signalisiert. Matthias Wissmann vom Verband der Automobilhersteller: “Dieses Programm dürfte die Zukunftsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie noch verbessern.”
Der Vorteil des geschlossenen KFZ-Kreislaufs, so teile ein Fachreferent des Wirtschaftsministerium mit, bestünde darin, daß die Neuwagen niemals den Straßenverkehr erreichten. Damit sei gesichert, daß die im Rahmen der geschlossenen KFZ-Kreisläufe hergestellten Fahrzeuge nicht die Nachfrage nach Fahrzeugen beeinträchtigten, die tatsächlich für den Transport von Personen und Gütern nachgefragt würden. Das gleiche gelte auch für den Immobilienmarkt. “Wir könnten Arbeitsplätze im Immobiliensektor schaffen ohne die Nachfrage nach Immobilien zu verzerren.”
Über die Finanzierung würde man derzeit noch mit den Banken verhandeln. Angedacht sei allerdings, jeweils den vollen Neuwert von TCRVs (Total Consumption Recycling Vehicles) als Vermögenspositionen einer sogen. TCRVBB (Total Consumption Recycling Vehicles Bad Bank) zu erfassen. Diese könne dann die verschrotteten Neufahrzeuge als Sicherheiten für die Beschaffung der notwendigen Mittel für die geschlossenen KFZ-Kreisläufe bereitstellen.
26.02.2009 / 10:48
Michael Kastner
Dicke Backen
Michael Kastner
Dicke Backen
Vorlesen
Comment / 02-26-2009 / 11:19
Hierzu empfehle ich das Werk:
Freiheit oder Gleichheit
von
Alexis de Tocqueville
Comment / 02-26-2009 / 11:25
Gibt’s übrigens hier.
Comment / 02-26-2009 / 11:33
Ah, die reductio ad absurdum einmal neu, sehr schön:
Mindestlohn ist hervorragend, also alle Löhne auf EUR 10.000/Stunde.
Krieg ist gut für die Wirtschaft, also lasst uns die Welt in Asche legen.
Comment / 02-26-2009 / 12:42
Kastner at his best!!!
Comment / 02-26-2009 / 13:16
Nico, so ist es
Comment / 02-26-2009 / 19:36
Ja, das ist wirklich gut, ‘best of’ … nach einer schon länger zurückliegenden, ‘best of’-'Drecksarbeit’
!
Den Text erst an 3 regierungstreue KFZ-Anbeter verschickt, dann Kafka reloaded: ‘Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.’ (Aber blindlings?) – Oder: ‘Im Kampf zwischen Dir und der Welt, sekundiere der Welt.’ (Welcher … dieser?) – Oder auch: ‘Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen* fehlt.’ (Das sie längst verwirkt haben, bzw. libertärerseits nie hatten …
*Wobei ich mir auffällt, dass sie u. U. Millionen Arbeitnehmer – bei radikal-ökonomisch ‘richtiger’ Konsequenz! – vor die Hunde gehen lassen müssten … ihnen also, konsumtechnisch gesehen, doch besser neue Spielzeuge schmackhaft machen. In Abwägung der Risiken, meine ich – was hier allerdings keine Rolle spielt, wie ich erfahren konnte; hier geht’s nicht um sozialverträgliches Flickwerk, sondern allein ums Prinzip
…
Comment / 02-26-2009 / 21:14
Die “Petition der Kerzenmacher” sollte Pflichtlektüre für alle MdBs werden.
Comment / 02-26-2009 / 21:46
Müssen die Fahrzeuge vor der Verschrottung noch ordnungsgemäß zugelassen sein?
Comment / 02-27-2009 / 08:14
@ Shin: Oder der Glaser-Fall – wobei sich mir partout nicht erschliesst, welche Rolle etwa die Glasbruchversicherung (wie jede andere) im ökonomischen System spielt. Ist sie denn nicht ebenso marktverzerrend wie jede staatliche Intervention?
Ce quoi j’me mêle, Monsieur Bastiat
…
Comment / 02-27-2009 / 15:03
@elsa
Denke ich nicht. Die Versicherung wird ja freiwillig abgeschlossen und ist damit ebenfalls Bestandteil des Marktprozesses. Den Markt verzerren kann nur etwas, das sich dessen Gesetzen entzieht.
Comment / 02-27-2009 / 16:43
Überzeugt mich nicht ganz – weil ja durch die Kosten der Glasbruchversicherung auch weniger Geld für Bastiats Schneider übrig bleibt. Ich sehe das eher so, dass hier ein Dritter, der Versicherer, an der Unsicherheit ‘schmarotzt’, die unregulierte Marktprozesse (durch Betrug + Habsucht + Gier …
nun mal in sich tragen. Und dass er damit in vertragsbasierte, aber doch ungeschützte Marktprozesse eingreift und den Rahm abschöpft, wie es der Staat auch tut.
Aber vielleicht sehe ich das ja auch falsch und es schlägt hier meine Antipathie gegen das Gewerbe an sich und die mit ihm gemachten Erfahrungen durch
…
Pingback / 02-28-2009 / 22:16
[...] vorbei. Gut so! Leider bleibt einem nach dem Ablauf des Aschermittwochs auch so einiges vom ganz normalen, zum Scherz reizenden Irrsinn erhalten. Nicht so gut! Und manchmal vergeht einem in dieser nicht mehr satirefähigen [...]
Comment / 03-01-2009 / 10:47
Aus unterrichteten Kreisen habe ich erfahren, dass das Verfahren unter dem Namen Closed Automotive Recycling System (C.A.R.S.) mit einigen Modifikationen nun auch europaweit angewandt werden soll. So haben die grünen Kräfte im EP durchgesetzt, dass vor der Verschrottung eine Abgasuntersuchung zu erfolgen hat, um zu verhindern, dass umweltschädliche Exemplare am Verfahren teilnehmen. Bei versagter AU muss zunächst nachgebessert werden.
Comment / 03-02-2009 / 09:43
@elsa
> die unregulierte Marktprozesse (durch Betrug + Habsucht
> + Gier …) nun mal in sich tragen.
Das mag ja sein, aber Betrug, Habsucht und Gier werden ja nicht dadurch weniger, daß sie reguliert werden. Sie werden lediglich in den Händen weniger konzentriert.
An einem unregulierten Markt wird Betrug auf einem erträglichen Level gehalten und Habsucht und Gier führen dazu, daß Dinge produziert werden, die nachgefragt werden.
Dagegen führt Regulierung dazu, daß die Habgierigsten sich an den Schalthebeln der Regulierung befinden. Regulierung führt eben zur Konzentration von Habgier und nicht zu deren Abschaffung.
Comment / 03-02-2009 / 11:44
@ Michael Kastner
Na ja, die rosarote Brille ist es nicht, die Du auf hast, aber doch eine, die Dir, wie ich finde, gewisse (objektivistische) Unschärfen bezüglich der Praxis erlaubt, hier z. B.:
>>> ‘An einem unregulierten Markt wird Betrug auf einem erträglichen Level gehalten und Habsucht und Gier führen dazu, daß Dinge produziert werden, die nachgefragt werden.’
Wenn Du erlaubst, formuliere ich mal um: Betrug am Markt wird nur durch ein Betrugsverbot auf einem erträglichen Level gehalten, und Dinge, die nachgefragt werden, erhöhen das Risiko – einerseits, das Betrugsverbot betrügerisch zu umgehen und andererseits, betrogen zu werden.
Was liegt also näher, was wäre vernünftiger: Regulierung oder Deregulierung? In Anbetracht der Akteursprofile in Wirtschaft + Politik, fällt mir die Antwort jedenfalls wesentlich schwerer als Dir …
Comment / 03-02-2009 / 11:51
Wenn man marktförmige Arbeitsteilung als “Schmarotzen” begreift (der Bauer, Bäcker, Müller … z.b. lebt auch davon, dass andere Menschen hungrig sind, d.h. er nutzt den Hunger seiner Mitmenschen aus) und man nicht schmarotzen will, dann bleiben eigentlich nur 2 Optionen:
1. Kommunismus, d.h. Aufhebung des Leistungsprinzips, gerichtet an den konkreten Einzelnen.
Alle werfen ihr Können, ihre Güter, ihre Leistungen so weit sie es wollen in einen gemeinsamen Topf. Und alle nehmen nach Gusto aus dem gemeinsamen Topf, völlig unabhängig davon, was jeder zuvor hineingelegt hat.
2. Robinson Crusoe-Autarkie/Subsistenz, d.h. völlige Aufgabe der Arbeitsteilung. Hier herrscht das Leistungsprinzip ungedämpft mit aller Härte. Investiert Robinson nicht, verhungert er.
.
Das ist freilich kommunistisch gelebt auch nicht anders, nur dass dieser Grundsatz auf eine imaginäre Person verlegt, verschoben, verdrängt wird (die Gesellschaft, das Volk, die Kommune, die Menschheit…
Comment / 03-02-2009 / 12:10
@ hanz
Rahm – also Versicherungen als immaterielles Gut, Steuern als Prämie für Versprechungen – ist keine Schmarotzersubstanz.
Comment / 03-02-2009 / 12:21
> Wenn Du erlaubst, formuliere ich mal um: Betrug am Markt
> wird nur durch ein Betrugsverbot auf einem erträglichen
> Level gehalten, und Dinge, die nachgefragt werden,
> erhöhen das Risiko – einerseits, das Betrugsverbot
> betrügerisch zu umgehen und andererseits, betrogen zu
> werden.
Das ist keine Umformulierung. Das ist Deine Interpretation.
Ich verstehe auch nicht, worauf Du hinaus willst.
Ich hatte geschrieben, und jetzt wirklich etwas umformuliert, daß es keinen Sinn macht, bei dem Menschenbild, das Du unterstellst, jenen, die am gieriegsten sind auch noch Regulierung zu überlassen.
Denn wenn die Menschen so gierig sind, wie Du glaubst, dann werden die Gierigsten innerhalb des Regulierungswesens am weitesten nach oben steigen.
Man braucht keine überragende Logik aufzuwenden, um zu erkennen, daß eine regulierte Wirtschaft allemal schlechter wäre als eine unregulierte.
Comment / 03-02-2009 / 14:11
>>> ‘Das ist keine Umformulierung. Das ist Deine Interpretation.’
Richtig, so wie Deine Formulierung Deine Interpretation ist. Womit ich deutlich machen wollte, dass ich das Problem (wie den abzuwrackenden Opel Soundso oder so) ‘tiefer lege’, nämlich die Gier (metaphorisch: den Hunger) zur Triebfeder allen wirtschaftlichen Handelns erkläre, und dass nur Verbote geeignet sind, Übergriffe, d. h. ein sich Vergreifen an anderer Leute Hab + Gut, einzuschränken. Regulieren heisst Verbieten + Zulassen. Was ist also – so auf die Welt gesehen – verkehrt daran, den Markt zu regulieren? Unter gierigen, bzw. hungrigen Menschen? Die Anderen das Ihre neiden und/oder wegnehmen wollen – ‘Gnostiker’ aller Couleur ausdrücklich ausgenommen, weil ja leider im Minderheitenstatus …
‘Nur für Milchgesichter und Fanatiker hat der Gang der Zeit noch etwas Verlockendes’, sagt Emile Cioran. Oder eben eine dem Gang der Zeit entrissene Ideologie – sage ich; mich jedenfalls verlocken Spekulationen auf andere Wertigkeiten als die bereits erfassten nur noch als realitätsfremde Denkspiele, als zu pflegende Luxusobjekte. Sorry for that
…
Comment / 03-02-2009 / 14:34
> Richtig, so wie Deine Formulierung Deine Interpretation ist.
Bitte? Wenn jemand, in dem Falle ich, etwas erstmals formuliert, so ist das eben gerade keine Interpretation. Erst infolge einer erstmaligen Niederschrift kann eine Interpretation durchgeführt werden.
Ich werde mich im übrigen kaum selbst interpretieren.
> Womit ich deutlich machen wollte, dass ich das Problem
> (wie den abzuwrackenden Opel Soundso oder so) ‘tiefer
> lege’, nämlich die Gier (metaphorisch: den Hunger) zur
> Triebfeder allen wirtschaftlichen Handelns erkläre, und
> dass nur Verbote geeignet sind, Übergriffe, d. h. ein sich
> Vergreifen an anderer Leute Hab + Gut, einzuschränken.
Ich hatte schon mal erklärt, daß das logischer Dummfug ist. Wer wird wohl, immer Dein Menschenbild des gierigen Menschen vorausgesetzt, denn die Verbote gestalten und wer wird wohl versuchen die Verbote so zu gestalten, daß er am meisten davon hat?
Diejenigen, die die größte Gier haben.
Du schaffst mit Deinen Verboten nicht weniger Gier, sondern verschaffst den Gierigen nur die Mittel, sich noch mehr zu bereichern. Und das, ohne dafür ihren Mitmenschen in irgendeiener Weise einen Dienst zu leisten.
Nicht nur daß Du mit Regulierung das Ziel nicht erreichst, das Du erreichen möchtest: Du verschlimmerst den Zustand sogar noch.
> Regulieren heisst Verbieten + Zulassen.
Regulierung besteht nicht aus Zulassen, sonder nur aus Verboten und Vorschriften.
> Was ist also –
> so auf die Welt gesehen – verkehrt daran, den Markt zu
> regulieren?
Weil es nicht nur nicht notwendig ist, Märkte zu regulieren, sondern schädlich.
> Unter gierigen, bzw. hungrigen Menschen?
Weil niemand durch Regulierung satt wird.
Wie oben bereits erklärt: Mit Regulierung verschaffst Du den Gierigen die Mittel, von ihren Mitmenschen Güter und Leistungen zu erhalten, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.
Gier ist die Eigenschaft, die Menschen dazu bringt, ihren Mitmenschen die Güter und Dienste zu verschaffen, die diese haben wollen.
> Die Anderen das Ihre neiden und/oder wegnehmen wollen
> – ‘Gnostiker’ aller Couleur ausdrücklich ausgenommen,
> weil ja leider im Minderheitenstatus …
Am Markt kann man jemand anders nur dann etwas wegnehmen, wenn man ihm etwas dafür gibt.
Gerade Regulierung verändert das. Sie greift dort ein, wo ein freiwilliger Tausch stattfinden würde.
Und diejenigen, die regulieren, tun dies nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie selbst einen Vorteil aus der Regulierung haben: nämlich den, sich selbst zu bereichern, ohne dafür anderen etwas geben zu müssen.
Regulierung verringert nicht die Gier, sie schafft nur zusätzliche Armut und Ausbeutung.
Comment / 03-02-2009 / 15:59
Lieber Michael Kastner,
es gibt einen Punkt, bei dem ich nicht umhin komme, Dir zuzustimmen: dass eine Formulierung an sich keine Interpretation ist, d. h., ich habe den entsprechenden Satz zu korrigieren; eigentlich sollte er lauten: ‘Richtig, so wie Deine Interpretation der Vorgänge Deine Formulierung ist.’
Beim Rest Deiner Ausführungen allerdings handelt es sich m. E. fast ausnahmslos um unbelegbare Behauptungen, denen ich aus meiner Sicht + bei allerbestem Willen nicht folgen kann; offen gesagt, komme ich dagegen nicht an (und will es auch gar nicht); eine sei aber herausgegriffen, weil sie mich amüsiert hat:
>>> ‘Am Markt kann man jemand anders nur dann etwas wegnehmen, wenn man ihm etwas dafür gibt.’
Du meinst den Supermarkt um die Ecke? Das stimmt, da muss ich bezahlen
…
Herzliche Grüsse vom ‘Dummflug’-Zwischenstopp!
elsa
Comment / 03-02-2009 / 16:28
PS: Hier noch eine Lektüreempfehlung zu einer Lektüreempfehlung von Richard Posners druckfrischen Regulierungsempfehlungen:
http://www.boston.com/bostonglobe/ideas/brainiac/2009/02/posner_writes_f.html
Comment / 03-02-2009 / 16:36
Welche Behauptung ist denn z.B. nicht belegbar?
Comment / 03-02-2009 / 17:06
Zum Beispiel:
1.) … wer wird wohl versuchen die Verbote so zu gestalten, daß er am meisten davon hat? Diejenigen, die die größte Gier haben.
???
2.) Nicht nur daß Du mit Regulierung das Ziel nicht erreichst, das Du erreichen möchtest: Du verschlimmerst den Zustand sogar noch.
???
3.) Weil es nicht nur nicht notwendig ist, Märkte zu regulieren, sondern schädlich.
???
4.) Und diejenigen, die regulieren, tun dies nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie selbst einen Vorteil aus der Regulierung haben: nämlich den, sich selbst zu bereichern, ohne dafür anderen etwas geben zu müssen.
???
Comment / 03-02-2009 / 17:20
Troll!
Comment / 03-02-2009 / 18:11
Ok, dann mal Punkt für Punkt:
> 1.) … wer wird wohl versuchen die Verbote so zu gestalten,
> daß er am meisten davon hat? Diejenigen, die die größte
> Gier haben.
Was ist denn daran nicht beweisbar? Wenn jemand gierig ist, dann wird er selbstverständlich versuchen die Regulierung zu seinen Gunsten zu gestalten. Würde es niemand versuchen, dann würde überhaupt keine Gier existieren und die Regulierung würde sich bereits aus dem Grund erübrigen.
Im letzteren Falle wäre Regulierung überflüssig und im ersteren Falle wäre sie eine Katastrophe.
Such’s Dir aus.
Ich verstehe nicht, wer in Deiner Welt die Regulierung durchführen soll? Die himmlischen Heerscharen, oder wer?
Comment / 03-02-2009 / 20:27
>>> ‘Wenn jemand gierig ist, dann wird er selbstverständlich versuchen die Regulierung zu seinen Gunsten zu gestalten.’
Sorry, das ist eine unhaltbare Vorgabe. Wie sollte er? Ein Regulierer, dem die Macht zum Regulieren zugewachsen ist, indem er demokratisch gewählt wurde, hat das Gemeinwohl im Sinn zu haben und theoretisch keine Möglichkeit, Regulierungen zu seinen Gunsten zu gestalten. Er wird im Gegenteil im Wählerauftrag dafür sorgen müssen, dass Regeln eingehalten werden, die allen Teilen der Gesellschaft gerecht werden. Ist er praktisch persönlich gierig, bleibt er dennoch an seinen Auftrag gebunden, schert er aus, wird sein Verstoss am geltenden Recht gemessen – bestenfalls. Regulieren kann nur eine gewählte Regierung oder eine vergleichbare Instanz, nicht aber ein x-beliebiger bestechlicher Gieriger ohne Apparat.
>>> ‘Ich verstehe nicht, wer in Deiner Welt die Regulierung durchführen soll? Die himmlischen Heerscharen, oder wer?’
Du hast es gelesen.
Comment / 03-02-2009 / 22:01
Nur weil jemand etwas tun soll, heißt das noch lange nicht, daß er das auch tun wird.
Im Gegenteil, jemand der in der Art gierig ist, wie Du es beschreibst, nämlich rücksichtslos und losgelöst von jeder Ethik, wird diese Mittel auch anwenden, um in der Demokratie nach oben zu kommen.
Jemand, der gierig ist und an Macht kommt, wird sich kaum darum scheren, welche Regeln er einhalten soll. Das ist nunmal so in der Realität.
Und es kommt sogar noch besser. Jemand, der gierig ist und der an der Macht bleiben will, kann sich jederzeit mit Gewalt die Mittel verschaffen, die ihm nicht nur die Macht erhalten, sondern noch mehr Macht ermöglichen.
Ich bin nicht wirklich erstaunt über Deine Naivität.
Daß nur eine gewählte Regierung regulieren kann, das mag sein. Aber das macht die Regierung nicht weniger gierig und die Regulierung nicht weniger unsinnig.
Sich zu wünschen, daß Regulierung ein bestimmtes ökonomisches Ziel erreichen soll, ist wie sich zu wünschen, daß die Schwerkraft aufhören möge zu existieren. Da verbietet man den Menschen für den Fall der Schwerelosigkeit schon vorab mal das Gehen.
Dafür, daß Du so sehr für Regulierung, d.h. den Eingriff in das Leben anderer Menschen eintrittst, hätte ich aber ein paar gewichtigere Argumente als “hat das Gemeinwohl im Sinn zu haben und theoretisch keine Möglichkeit, Regulierungen zu seinen Gunsten zu gestalten” erwartet.
Jemand, der gierig ist, wird sich kaum um das Gemeinwohl kümmern.
So einen Menschen kann man entweder am freien Markt agieren lassen, dann kann er im besten Falle etwas produzieren, das andere haben möchten, um seine Gier zu befriedigen oder man gibt ihm einen Regierungsapparat, dann kann er sich seine Wähler kaufen und sich mit Gewalt die Mittel verschaffen, die er gerne hätte.
Die Idee, daß jemand, der gierig ist, zum Lamm wird, wenn man in Macht ausstattet, ist bar jedes nachvollziehbaren Gedankenganges.
Ende der Diskussion!
Comment / 03-02-2009 / 22:26
>>> ‘Ende der Diskussion!’
Gerne, schon deshalb …
>>> … jemand der in der Art gierig ist, wie Du es beschreibst, nämlich rücksichtslos und losgelöst von jeder Ethik …
… weil Du mir die Stelle nicht zeigen kannst, wo ich mich derart verstiegen hätte
…
Ja, Ende.
Comment / 03-04-2009 / 01:22
Demokratie fürs Gemeinwohl?
Adolf Schickelgruber wurde demokratisch gewählt.
Sokrates demokratisch ermordet.
Welchen Teil von “Demokratie” haben Sie nicht verstanden?
Comment / 03-04-2009 / 08:22
>>> Welchen Teil von “Demokratie” haben Sie nicht verstanden?
Sagen Sie’s uns? Ich z. B. weiss es nicht, nur soviel:
WIR sind das Volk. Wer
WIR wesentlich sind, wissen wir.
WIR haben mal die FranzRev gemacht, und
WIR können uns seither keine Methode vorstellen, als dass
WIR uns regelmässig selbst zum Souverän wählen. So kommt es, dass
WIR glauben, Demokratie sei zwar nur die zweitbeste Staatsform, die
WIR als Gesellschaft jeder anderen vorzuziehen haben, solange
WIR das ultimativ befreiende, zinslose Individualmodell nicht gefunden haben.
Wissen Sie mehr?
Comment / 03-04-2009 / 09:36
@elsa
> indem er demokratisch gewählt wurde, hat das Gemeinwohl im Sinn zu haben
Träum’ weiter -äh – nee, auch falsch…
Wach auf!
Comment / 03-04-2009 / 09:52
Ayn Rand ist beizupflichten: WIR ist der Anfang jeder Ideologie – und JEDE Ideolgie hat nur einen Zweck: Herrschaft über andere.
Elsa, sie stellen nie die Legitimationsfrage. Das ist Ihr ganz persönliches Kernproblem. Vielleicht können Sie nichts dafür – doch halt! – jeder kann was “dafür” was er denkt, sagt und tut.
Nebenbei, weil’s mir gerade zu Stefans jüngsten FF-Beiträgen einfällt: Wer meint, Rousseau könnte mit der Idee von der volonté générale irgendein angebbares “wir” im Blick gehabt haben, hat diesen großen Geist nicht verstanden. Sein ‘Gemeinwille’ ist lediglich ein gedachter, Nur dachte Rousseau diesen Gedanken nicht zu Ende. Das hat Kant für ihn erledigt.
Die Folgen Ihrer ‘FranzRev’ waren katastrophal. Eines hat sie jedoch gezeigt:
Herrschaft funktioniert nicht, ohne die Legitimationsfrage zu beantworten.
Legitime Herrschaft ist übrigens möglich, nämlich eine solche, die der Menschheit im Menschen gerecht wird. Eine solche, die aus Tieren Menschen macht. Sie ist denkbar. “Einrichten” lässt sich sich nicht.
Die Chance, für gelingende Freiheit zu kämpfen, ist klein, aber entscheidend: “Wir” haben das große Glück in Europa, Kinder einer historischen beinahe einmaligen Phase relativen Individualismus zu sein; das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Freiheit täglich bedroht ist und dass für sie täglich gestritten werden muss.
“Wir” erleben, dass Gewaltherrscher die Uhr zurückdrehen, und zwar buchstäblich mit Macht. Stefan Blankertz hat das recht ausführlich, wie ich finde, als schmerzhaftes Symptom des Spätetatismus beschrieben.
Lesen Sie bei ihm nach, Elsa.
Comment / 03-04-2009 / 13:27
@ Bodo Wünsch
>>> ‘Ayn Rand ist beizupflichten: WIR ist der Anfang jeder Ideologie – und JEDE Ideolgie hat nur einen Zweck: Herrschaft über andere.’
Was ich in dieser typischen Zuspitzung bestreite. Zunächst ist das WIR eine Ergebnis, die Summe einer Addition, die die Potenz zur Ideologiebildung hat. Ideologie kann Herrschaft über Andere errichten wollen (kann es aber auch gut mit ihnen meinen …
, und sie kann dem Zweck dienen, legitime Herrschaft denkend zu wollen. (Was tun Sie denn anderes? Was beschreiben Sie als Libertäre, wenn nicht nur einen ‘denkbaren’ Weg? Auch Ihre Vorstellungen sind Ideologie.)
>>> ‘Herrschaft funktioniert nicht, ohne die Legitimationsfrage zu beantworten.’
Theoretisch ja. Nur: wer kann sie aus den gegebenen Strukturen heraus beantworten, und wie – wenn doch der Einzelne abhängig ist vom Anderen? Was er definitiv ist – sofern er nicht Robinson Crusoe heisst und auch noch auf Freitag pfeift (des ‘hanzens’ Autarkie/Subsistenz-Option), oder in kollektiver Absprache seine Vermehrung einstellt.
Nichts darf zu illegitimer Herrschaft legitimieren, aber was legitimiert zu legitimer Herrschaft? Rang, Leistung, Chuzpe? Doch nicht ein Umgang mit Eigentum, Eigenkapital, der Andere durch unlautere Methoden in den Strudel reisst. Ich sehe derzeit eine angemasste, also illegitime Herrschaft des Kapitals und will sie abgelöst sehen durch eine, in der Dritte an der Durchsetzung von Einzel-Interessen so wenig Schaden wie möglich nehmen; keinen wäre noch besser, aber ich täume nicht. Deshalb, und nicht aus marktfeindlichen Gründen, halte ich Regulierungen, also Verbote für legitim + erforderlich.
Es ist also die ominöse Gerechtigkeitsfrage, und nicht die praktisch unlösbare Legitimationsfrage, die für mich im Vordergrund steht; für dieses ‘persönliche Kernproblem’, wie Sie es nennen, das m. E. auch ‘der Menschheit im Menschen gerecht wird’, kann ich was, ja, übernehme aber auch die volle Verantwortung
…
Und danke für den Tipp: ich lese nach!
Pingback / 03-04-2009 / 19:57
[...] März 2009 von alessandrodasilva Gibt es hier zu [...]
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