… gehört eigentlich zu den Dingen im Leben, die man sp. als Erwachsener gelernt haben sollte. Würde jeder sofort unterschreiben.
Dennoch gehört es zu den Grundlebenserfahrungen jedes Erwachsenen: Verarscht zu werden. Wenigstens gelegentlich.
Verträge, Vereinbarungen & Co. Es basiert alles auf Vertrauen. Manche Leute überziehen exakt diesen Kredit.
Es gibt spannende Fragen im Leben, die sich nicht leicht beantworten lassen.
Comment / 04-07-2009 / 08:20
sich nicht verarschen zu lassen kann man nicht lernen – weil: verarscht wird man halt ohne eigenes zutun. aber damit umzugehen, eine reaktionsroutine zu entwickeln, das kann man lernen. harte schale, aggressivität, strafende reaktionen: das kann man seinem handlungsrepertoire hinzufügen, wenn die realität einem klarmacht, dass es manchmal einfach nicht ohne diese an sich verächtlichen potenzen geht: auge um auge, spiegelbildliche ethik halt: ich nehme das ethikangebot meines gegenüber an und behandle ihn nach diesen vorgaben.
Comment / 04-07-2009 / 08:35
>>> Es basiert alles auf Vertrauen.
Ja, alles! Aber was ist Vertrauen? ‘Vertrauen ist Sicherheit ohne das Vorhandensein von Beweisen’, sagt der Pfarrer, ‘Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser’, sagt der durch Lebenserfahrung in seiner Haltung erschütterte Ungläubige. Womit das ganze Dilemma wieder einmal auf den beliebigen Einzelmenschen und seine zweifelhafte Kreditwürdigkeit zurückgeführt wäre. ‘Im guten Glauben’ zu handeln, ‘blindes Vertrauen’ also, ist das Privileg von Dummköpfen … Misstrauen seine unwürdige Kehrseite.
Was tun? Vertrauen dezidiert herausfordern: es besticht u. U. das Gegenüber! Und Verarschtwordensein als einen bedauerlichen Unfall mit Personenschaden ‘kassieren’ …
PS: Ich vertraue übrigens darauf, dass Sie noch mehr spannende Fragen auf Lager haben. Enttäuschen Sie mich nicht (-; !
Comment / 04-07-2009 / 09:40
@Andreas
Ich persönlich mag kein “‘Aug’ um Aug’ “. Gerechtigkeit – erst formal, und dann, wenn es gut geht – material (oder -ell) – bevorzuge ich.
Denke momenten viel über’s “Verarschen” und “Verarschtwerden” nach – mit Lernen meinte ich auch eher das Machen von Erfahrung, die berühmt-berüchtigte “Menschenkenntnis”, die einem trotz einschlägiger Erfahrungen gelegentlich im Stich lässt. Und dann wäre noch die Disposition des Verarschten: Tut er nicht passiv was dazu?
Comment / 04-07-2009 / 12:43
>>Tut er nicht passiv was dazu?
M.E. ist er sogar der Aktive. Er glaubt. Er vertraut. Er will es. Und er wird nicht enttäuscht, sondern er ent-täuscht sich selbst, d.h. er befreit sich im Nachhinein von einer selbst herbeigeführten Täuschung.
Andernfalls wäre ja ein Mensch völlig absehbar steuerbar.
Aber von wem? Auch von einem völlig absehbar steuerbaren Mitmenschen?
Comment / 04-07-2009 / 22:04
Trust is never cheaten.
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