“Berechnungen von Statistikern zufolge korreliert das quantitative Schrumpfen der Deutschen exakt mit der Zahl der Abtreibungen.”
(Michael Klonovsky, ef 92, S. 23.)
Dieser Satz suggeriert, dass bei einem Verbot der Abtreibung die statistisch erfasst Abgetriebenen ausgetragen werden würden. Richtig ist dagegen, dass nur die Legalisierung der Abtreibung überhaupt das Aufstellen einer solchen Statistik ermöglicht. Abtreibung ist selbst durch Androhung drastischer Strafen nie verhindert worden. Dafür sterben unter solche Bedingungen zahlreiche Frauen aufgrund unsachgemäßer Eingriffe.
11.05.2009 / 13:24
Stefan Blankertz
Babelogue
Stefan Blankertz
Babelogue
Vorlesen
Comment / 05-11-2009 / 13:56
Auch kann die Statistik keine nicht-linearen Effekte berücksichtigen. (Schätze die Politik kann und will das einfach nicht). Dazu würde das Ausweichen von abtreibewilligen Frauen in andere Länder oder die Illegalität gehören. – Linear gesehen, hat Klonovski natürlich recht, wenn niemand abtreiben würde, würde die Geburtenrate höher liegen, wenn sich die Verhütungsquote nicht ändert und die Geschlechtsverkehrsfrequenz konstant bleibt.
Aber wie gesagt, das Erkennen dass ein Zusammenhang aus mehreren voneinander abhängigen (und ggf. nichtlinear rückkoppelnden) Parametern besteht, ist nicht jedermanns Stärke.
Comment / 05-11-2009 / 13:57
empörender finde ich, dass privatmenschen sich trauen, in bester etatistenmanier ihren mitmenschen zwischen die beine und in den bauch zu schauen und wurfleistungen oder -verweigerungen zu zählen, auszuwerten und in (moralische=politische) forderungskataloge zu übersetzen: biopolitik vom allerfeinsten! und dass denen dann noch nicht einmal die zunge abfault, wenn sie sich als liberal bezeichnen. selbst ein anständiger konservativer sollte sich da in grund und boden schämen.
was geht diese trollos das an?
Comment / 05-11-2009 / 16:05
Das ist natürlich eine ungeheuer zuverlässige und präzise Quellenangabe, deren Glaubwürdigkeit wir problemlos prüfen können. Wie war das noch? “42,5% alles Statistiken sind frei erfunden”?
Im Ernst, ganz ohne auf den Inhalt des Geschriebenen zu sprechen zu kommen, aber das ist doch ein journalistisches Armutszeugnis.
Comment / 05-11-2009 / 17:46
“Dieser Satz suggeriert, dass …”
Bin ich nicht drauf gekommen.
Comment / 05-11-2009 / 23:45
“linear gesehen, hat Klonovski natürlich recht, wenn niemand abtreiben würde, würde die Geburtenrate höher liegen, wenn sich die Verhütungsquote nicht ändert und die Geschlechtsverkehrsfrequenz konstant bleibt.”
Wenn dann und dann und wenn man alles weiß, und wenn nicht noch siebenundreissig andere Variablen und weiter und …
Merkst du was?
Modelle sind nicht die Realität. Korrelationen sagen nichts über Kausalität aus. Post hoc Interpretationen sind immer dem äußerst hohen Risiko der Fehlerhaftigkeit ausgesetzt, weil viele Variablen, die einen Einfluss auf das Ergebnis aufweisen, meistens unbekannt sind.
Er (der Berichtete) hat ergo dann nicht, wenn er aufgrund von korrel. Zusammenhängen eine gerichtete Wirkbeziehung annimmt.
Auf gut Deutsch: Eine Person die nicht abtreiben kann und darf, kann ihre Entscheidung, ein Kind zu bekommen, gänzlich anders treffen oder auch beibehalten. Mehr kann über die tatsächlichen Auswirkungen allgemein nicht ausgesagt werden. Und wer dies doch tut, handelt wissenschaftlich unseriös.
Comment / 05-11-2009 / 23:48
ich ersetze siebenundreissig durch Siebenunddreißig
und
ergänze bei “Er (der Berichtete) hat ergo dann nicht” noch ein “Recht”
Pingback / 05-12-2009 / 16:23
[...] These “Abtreibung = Kinderarmut” hat Stefan Blankertz bei der Freiheitsfabrik ansonsten alles Wesentliche gesagt, weswegen ich dem geneigten Leser Wiederholungen ersparen [...]
Comment / 05-25-2009 / 15:52
dachte das weniger kinderkriegen hängt mit dem rückgang der störche hierzulande zusammen.
weniger störche = weniger babys. soweit die statistik.
Leave a Reply
Kommentar-RSS
Befeuert mit WordPress 3.0
Theme von Sparanoia
Anmelden