Über che habe ich realisiert, dass Adorno vor 40 Jahren gestorben ist. Möge er in Frieden ruhen – wenn das auch bei einem unruhigen Geist wie Adorno in höchster Dialektik zu verstehen ist und, darüber hinaus, die gesellschaftlichen Zustände, derer er in seinem spekulativen Denken im Begriff habhaft werden wollte, sich täglich mehr bemühen, diesen in all ihrer Negativität sich inniglich anzuschmiegen. So, wie Metzger, nachdem er Adorno für sein “Das Altern der neuen Musik” schalt, er habe kein rechtes Auge für die neuen Tendenzen und Produkte der seriellen Produktion, Jahre später zugeben musste, dass Adorno aufgrund nur einer sehr schmalen Kenntnis der tatsächlichen Produktion doch durch die Kraft seines Denken genau das trefflich diagnostiziert habe, dessen die Komponisten sich dann in der Folge tatsächlich schuldig gemacht haben am emphatischen Begriff der Neuen Musik.
Einem solchen Denker des Negativen muss es schon richtig auf den Keks gegangen sein, wenn sein theoretisches Geunke von der gesellschaftlichen Realität als Gussform verwendet wurde … in diesem Sinne: stay tuned!
Ein wenig zur Einführung in’s Biografische + Klimatische: hier …
Comment / 08-07-2009 / 09:28
Wer denkt – findet zur Sprache, um seine Wut aus- und abzudrücken. Ist er deshalb: ‘nicht wütend’?
Versteh’ das nicht … die Wut iss doch da. Soll sie implodieren statt explodieren?
‘Stay tuned’, Andreas!
Comment / 08-07-2009 / 12:07
Ich denke, dass dieser möglicherweise apokryphe Satz Adornos auf die Sublimierungsleistungen von Kultur und Denken zielt (gut Freud’sch ‘Das Unbehagen an der Kultur’
.
Was diese Sublimierung nicht leistet, ist halt kein Denken im empathischen Sinne. Eher private mentale Verdauung. Kommt mir irgendwie vor wie der Unterschied von gegrillter Entenbrust auf gezimtetem Orangenmus und den Aktivia-Joghurt-Mikrowesenkultur-Scheisshelferchen.
Wer nicht mehr ohne scheinbar oder gar tatsächlich gesundheitsförderndes surplus zu geniessen weiss, nimmt Genuss schon in den Kanon der ohne dieses surplus nicht mehr lohnenden Lebensbetätigungen auf.
Schade d’rum!
Comment / 08-07-2009 / 17:51
Fleischiger Comment an gehobelter Gurke – als Helferchen für Unverständige wie mich, danke.
Also: Wer denkt, wütet nicht. Triebverzicht als kulturelle Leistung.
Wenn ich es recht verstanden habe, auch nicht in der Musik …
Comment / 08-07-2009 / 20:50
Du hast schon ganz gut verstanden … nur: Sublimierung ist kein Verzicht, sondern ‘zivile’ Formung. Nicht soll der Impetus des Triebes einfach guillotiniert werden und kraftlos in’s bürgerliche Grab sinken, sondern mit der ihm innewohnenden Kraft und Präsenz sich häuten auf ein kommunikatives Skandalon.
An dem musikalischen Skandalon arbeite ich immer noch ohne Erfolg …
)
Comment / 08-07-2009 / 21:50
Mit Deinen listigen musikalischen Zwiegesprächen mit Dir selbst, wenn’s welche sind (?), bis Du doch ‘on the road’ zum One_man_Skandalon! Darfst es nur nicht machen wie einst Ornette Coleman:
“Als 1960 ein Mann mit seiner Langspielplatte Free Jazz der neuen Richtung den Namen gab, treffend geschmückt mit einem Gemälde von Jackson Pollock, waren die Schablonen vorgegeben: Zwei Quartette improvisieren parallel zu- und gegeneinander, kein ordentliches Thema, 36 Minuten im Stück, selbstverwirklicht und publikumsfern. (…
” (Zitat Konrad Heidkamp / Die Zeit / via metalust & subdiskurse reloaded)
Oder, sorry, wie ‘polymodular!’ … deren Parallelaktion – in_my_slight_opinion !!! – eher zum bürgerlichen Ärgernis gerät, denn zum aufwühlenden Skandalon …
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