Vorlesen

Apologeten sind immer nervig. Aber sie reichern den Bestand an Dingen, die gesagt werden sollten, um Extreme verstehen zu können, bevor sie sich realisieren, ungemein an. Mediocres Geschleime verbirgt nur, was unter den Schleimspuren bereits schon west und geifernd nach Luft schnappt.

So lese ich Marinettis Futuristisches Manifest: schleimdurchstossend, richtungweisend, unverschämt. Und ich meine, man macht es sich zu einfach, wenn man nur kopfschüttelnd liest und das staatlich-faschistische Ende der Bewegung im Kopf hat: nicht weniges, was dort aktiv als Kampfesruf zur Zerstörung freigegeben wird, ist inzwischen passivistisch zerkrümelt und kulturindustriell begraben worden; und was gepriesen wird, hat in menschenfreundlicheren, rationaleren Umkleidungen bis heute – mythologisch zumindest – überlebt.

Für bemerkenswert halte ich es immerhin, dass dieser Text in der “wirtschaftsliberalen und gesellschaftskonservativen” Tageszeitung Le Figaro [wikipedia] veröffentlicht wurde – welche bundesdeutsche Gazette hätte diesen Mumm in heutigen Tagen? Wir sollten uns jedenfalls über die aktuelle mediale Freiheit – zumindest der klassischen Medien – keine Illusionen machen.

Stefan hat’s gelesen und ich klanglich ummantelt … schaurige Erkenntnis wünschend.
 http://blog.freiheitsfabrik.de/futur_mul…