Nochmal Jonathan Magonet. In Abraham-Jesus-Mohammed schreibt er (S. 85): »Bleiben wir bei dieser Vorstellung von Gott als einem Vater, der seine Kinder liebt, immer bereit, ihre Fehler zu akzeptieren, ihnen zu vergeben.« Einige Seiten vorher (S. 81) zitiert er »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« aus Levitikus (3. Buch Mose 19,18). Genau das Buch, in welchem haufenweise »liebende« Anweisungen wie diese stehen (Kapitel 20 nach Luther-Bibel 1984; Auslassungen wegen blogg-gerechter Kürze*):
»6 Wenn sich jemand zu den Geisterbeschwörern und Zeichendeutern wendet, dass er mit ihnen Abgötterei treibt, so will ich mein Antlitz gegen ihn kehren und will ihn aus seinem Volk ausrotten. […] 9 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. […] 10 Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat. 11 Wenn jemand mit der Frau seines Vaters Umgang pflegt und damit seinen Vater schändet, so sollen beide des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. 12 Wenn jemand mit seiner Schwiegertochter Umgang pflegt, so sollen sie beide des Todes sterben, denn sie haben einen schändlichen Frevel begangen; ihr Blut lastet auf ihnen. 13 Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen. […] 27 Wenn ein Mann oder eine Frau Geister beschwören oder Zeichen deuten kann, so sollen sie des Todes sterben; man soll sie steinigen; ihre Blutschuld komme über sie.«
Magonet ist ein Beispiel für das, was Dawkins die selektive Wahrnehmung nennt, die man braucht, wenn man als anständiger Mensch mit der Bibel (oder dem Koran oder …) leben will. Es gibt jede Menge anderer Umgehensweisen. Dawkins (S. 411) berichtet über ein Interview mit dem fundamentalistischen christlichen Prediger Michael Bray: »Ich [Richard Dawkins] wies darauf hin, dass das biblische Gesetz für Ehebruch die Todesstrafe durch Steinigung vorsieht. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass er [Michael Bray ] dieses Beispiel als offensichtlich übertrieben abtun würde, aber er überraschte mich. Vergnügt [!] erklärte er, man solle Ehebrecher nach einem ordnungsgemäßen Gerichtsverfahren durchaus hinrichten.«
–––––––
* Ich will nicht verschweigen, dass auch mit dem Tod bestraft werden soll, wer sein Kind opfert (20,2). Das wirft zusätzlich ein Licht moralischer Zweideutigkeit auf die Isaak-Geschichte (Gotteswahn III).
Comment / 12-11-2009 / 01:49
Zur selektiven Wahrnehmung hatte ich gerade weiter unten noch etwas geschrieben
http://blog.freiheitsfabrik.de/?p=2833#comment-18830
Was die Steinigung bei Ehebruch betrifft,
war es im Islam früher so, daß man sich als Mann wie auch als Frau nach Schariagesetz ja relativ “problemlos” scheiden lassen konnte.
Der Ehebruch kann nach der Scharia vielleicht deshalb auch so streng geahndet werden, weil durch die unklaren Abstammungsverhältnisse eventueller
Nachwuchs erbrechtlich benachteiligt wird,
dafür spricht die Praxis,
wonach die Frau im Falle ihrer Scheidung eine dreimonatige “idda” Phase ohne Geschlechtsverkehr durchzuhalten hat, damit festgestellt wird, ob eine Schwangerschaft vorliegt, und der Nachwuchs dann entsprechend erbrechtlich zugeordnet werden kann. Der blieb dann bis zum siebten Lebensjahr bei der Frau und wurde danach normalerweise in den Haushalt des Mannes übernommen, wenn nichts dagegen sprach.
So gesehen handelt es sich dann wieder weniger um einen Gotteswahn, als um sehr weltliche Vertragsvorstellungen, und um die grausame Ahndung von Vertragsbruch, und nicht etwa einer aus angenommener Sexualschuld restriktiven Sexualmoral, nicht einmal einem rein “patriarchalen” Herrschafftsprinzip.
Denn wie gesagt, es gab ja die Möglichkeit der Scheidung, also des legalen Austritts aus dem Ehevertrag für Mann und Frau,
anstatt den Partner und evtl auch die Kinder zu betrügen.
In der Praxis waren die Bedingungen zusätzlich erschwert, die überhaupt zu
solch einer Steinigung führen konnten, zb. mußten 4 Zeugen den Ehebruch bezeugen, oder es mußte der Ehebrecher selbst es zugeben.
Wenn es aber erwiesen wurde daß es sich um eine Verleumdung handelte, wurden die Zeugen
hart bestraft, durch Auspeitschung.
Zuletzt mußte eine rein “weltliche” Autorität, ein sogenannter Emir, wenn alle diese Vorraussetzungen gegeben waren, einen eventuellen Scharia-Gerichtsbeschluss bestätigen, konnte ihn aber auch aufheben.
Wie oft es dann in früheren islamischen Ländern überhaupt zu Steinigungen kam
dazu ist mir nichts bekannt, würde mich sehr interessieren.
Denn wenn man heutzutage eine Reform des Scharia im Sinne der Menschenrechte fordert, steht man möglicherweisevor dem Paradox, daß es gerade die wortwörtliche Befolgung der Scharia wäre, die solche Strafen relativ unwahrscheinlich machen würde, während es die bereits “reformierten” Taliban und Konsorten mit der Scharia tatsächlich gar nicht so genau nehmen.
Was ich damit sagen will, wenn man sich schon als humanitärer Streiter in die Angelegenheiten anderer Leute, respektive der moslemischen “Barbaren”, einmischen will, was ja von der Motivation her durchaus ehrenhaft sein KANN – wie sagte Gandhi so schön auf die Frage nach seiner Meinung zum christentum: Es WÄRE eine gute Idee -
dann ist es vielleicht zielführender, die
real existierenden “Fundamentalisten” auf die unabdingbaren Grundlagen der Scharia aufmerksam zu machen, und deren Befolgung zu verlangen, insbesonders zum Beispiel auch das unabdingbare Verwenden von Gold und Silbermünzen als Zahlungsmittel, und die 2,5%ige Besteuerung, die an die Armen geht,
wodurch dann auch wieder weniger Arme abgehackt werden müssten-
anstatt sich der Illusion eines ganz und gar abschaffbaren Islam hinzugeben, deren realpolitisches Ergebnis ja nach einigen hundert Jahren entsprechender Reformversuche nun zu bewundern ist,
sind die schlimmsten Fundamentalisten doch gerade diejenigen, die nach der Irr-Lehre der Wahabiten leben, aus der Zeit des Kolonialismus stammend, durchgehend protegiert vom Abendland, die alle 4 islamischen Rechtsschulen ablehnen, und nach Belieben Hand abhacken, steinigen, und einen von der Scharia durch nichts gedeckten suizidalen Terrorjihad führen, aber mit Gebrauch des islamisch strikt verbotenem Papiergeld keinerlei Probleme haben…
Zusätzlich kann sich der Freiheitskämpfer ja in seinem eigenen Territorium (wenn er denn eins hätte, und dies nicht längst an die Bankiers verpfändet wäre) weiter um die dortigen paradiesischen Zustände bemühen,
und so ein Refugium schaffen für die Austrittwilligen aus diversen Gotteswahnsystemen, und auch den Systemen rein weltlichen Wahns, die mir momentan weitaus mächtiger erscheinen.
Nur leider ist die Reihenfolge ja meist eine andere, und man kehrt ungern vor der eigenen Tür – wobei ich nicht Herrn Blankertz meine, dessen Werk ich mit grossem Interesse studiere, aber durchaus die meisten der selbsternannten Islamkritiker und Menschenrechtler.
Comment / 12-11-2009 / 08:00
sehr animiert vom nächtlichen treiben fasse ich zusammen: nachdem ‘Der HERR’ zuletzt sprach_los blieb und ‘winnetou’ den tapferen schul_verweigerer Joseph vorschickte, ergriff in punkto selektiver wahrnehmung des islam ein ‘sklave’ das (bereinigende) wort. in verteidigung ebendieser religion stellte sodann ein ‘muselmann’ die these auf, dass das ihm zugrunde liegende rechtsregelwerk ‘weniger einem gotteswahn’ entspräche, sondern (wie imho auch sonst) ‘sehr weltlichen Vertragsvorstellungen’, was auch elohim be_ja(w)hen möge … meint ‘elsa’.
der ‘muselmann’ schreibt ausserdem, dass er es gut fände, ‘ein Refugium zu schaffen für die austrittwilligen aus diversen gotteswahnsystemen’, und auch aus ‘den systemen rein weltlichen wahns’, die ihm ‘momentan weitaus mächtiger erschienen’.
was mir ebenso er_scheint. lediglich die vierte weltreligion, der buddhismus, dessen nicht menschenfeindliche (!) friedfertige grundhaltung aus gutwilliger ignoranz und unfrommer liberalität (imho) einen wahren segen darstellt, tangiert die verbesserungswürdigen weltlichen systeme so gut wie gar nicht. ein bei_tritt sei dennoch durchaus zu vernachlässigen – meint ‘elsa’.
Comment / 12-11-2009 / 11:37
Ist eigentlich schon das Stichwort Deschner gefallen? Der Name gehört fast schon unvermeidlich dazu, zumindest wenn es um eine Kritik des Christentums im Speziellen geht.
http://www.youtube.com/watch?v=7GuVff9timQ
Comment / 12-11-2009 / 13:06
In diesem Zusammenhang empfehle ich immmer gern die Lektüre von
Franz Buggle
Denn sie wissen nicht, was sie glauben.
Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann.
“Der Freiburger Psychologe nimmt dieses Machwerk unter einem anderen Blickwinkel auf den Prüfstand; er untersucht die Verhaltensnormen, die ethischen Standards, die Leitbilder, die diese mit göttlichem Geltungsanspruch auftretende Quellenschrift transportiert. Freigeschaufelt werden jene Stellen im Alten und Neuen Testament, die den Genozid bejahen, abscheulichsten Strafphantasien huldigen, zum Schlachtfest an Ketzern, Andersgläubigen, sexuell Abweichenden, Geisteskranken, ja sogar an unbotmäßigen Söhnen und Töchtern aufrufen, und damit hinreichend verdeutlicht, daß die Blutspur, die das Christentum durch die Geschichte gezogen hat, keine Kette von institutionellen Betriebsunfällen darstellt, sondern kausal genau aus der Moral hervorgeht, welche die Bibel in die Welt setzt.”
(http://www.ibka.org/artikel/miz92/buggle.html)
Comment / 12-11-2009 / 13:46
109. Al-Kafirun
Im Namen Allahs,
des Allerbarmers, des Barmherzigen
Sprich: “O ihr Ungläubigen!
Ich diene nicht dem, dem ihr dient ,
und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.
Und ich werde nicht Diener dessen sein,
dem ihr dient ,
und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.
Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion.”
Comment / 12-11-2009 / 16:39
@ Muselmann
“So gesehen handelt es sich dann wieder weniger um einen Gotteswahn, als um sehr weltliche Vertragsvorstellungen.”
Das macht es kaum besser: Die Propheten (Moses, Jesus, Mohamed) haben sich in den Dienst weltlicher Interessen nehmen lassen? Und diese als göttlichen Willen verklärt. Wenn das kein Gotteswahn ist.
Außerdem: Die Argumentation gilt nicht für Homsexualität. Da wird kein Vertrag gebrochen.
@ elsa: Ja, der Buddhismus ist z.T. eine Ausnahme. Dawkins schreibt nichts über östliche Religionen (der Hinduismus ist ja auch nicht gerade für Menschenfreundlichkeit bekannt) und ich bin beim Buddhismus, so weit ich ihn kenne, hin und her gerissen zwischen Bewunderung für den konsequenten Pazifismus und einem Unbehagen über die Ablehnung aller Diesseitigkeit.
@ pan the ist: Deschner, ja der Sammler der Verbrechen im Namen von Christus Jesus. Hammerhart.
Comment / 12-11-2009 / 17:59
@ Stefan
Du empfindest ‘Unbehagen über die Ablehnung aller Diesseitigkeit’?
Ein Vorteil: Wer sie vollends ablehnt, wird anderen nicht gefährlich werden, kann also gut Pazifist sein; und wer (wie Buddhisten) keine Seele kennt, geht eben anders auf (: …
Btw.: Mir gefällt, was (und wie) Max Weber hier über die “Weltflüchtigkeit des alten Buddhismus” schreibt:
“Keinerlei Weg führt von dieser einzigen wirklich konsequent weltflüchtigen Position zu irgendeiner Wirtschafts- oder rationalen Sozialethik. Die universelle, auf alle Kreatur sich erstreckende »Mitleidsstimmung«, rational die Konsequenz der durch die gemeinschaftliche Karmankausalität hergestellten Solidarität aller lebenden und daher vergänglichen Wesen und psychologisch der Ausfluß des mystischen, euphorischen, universellen und akosmistischen Liebesempfindens, trägt keinerlei rationales Handeln, sondern führt von ihm direkt ab.”
http://www.textlog.de/7954.html?print
Comment / 12-11-2009 / 18:30
PS: aus einem anderen Kapitel (über Erlösung und Wiedergeburt):
“Denn alle diesseitigen Eschatologien haben naturgemäß durchweg die Tendenz, zur Jenseitshoffnung zu werden, sobald die Parusie sich verzögert und nun der Nachdruck darauf fällt, daß die jetzt Lebenden, die sie nicht mehr im Diesseits schauen, sie nach dem Tode, von den Toten auferstehend, erleben wollen.”
Ins ‘Paradies’ wollen wir doch alle … fanatische Muslime lassen sich dafür mit einem saftigen Köder korumpieren, Christen versuchen’s mit der Gewissens_pflege …
Comment / 12-11-2009 / 20:00
Max Weber, der verstand vom Buddhismus grad so viel wie der erfolgreiche Inquisitionsberater Thomas von Aquin vom Islam. Mit dessen “Summa gegen die Heiden”
(gemeint waren die spanischen Muslime) wurde auch die Inquisition in Aragon eingeführt, von dem, der die Summa in Auftrag gab, ganz vernünftig, wie alles Vernünftige der notorisch Vernünftigen. Wo dann die Unvernünftigen “Diesseitsbezogenen” in die Zwangsbeschulung geschickt wurden, um den ganzen vernünftigen hic est corpus – Hokuspokus zu lernen.
Übrigens, warum wohl sind die hocheffizienten asiatischen Kampfkünste im ach so friedlichen Buddhismus entwickelt worden? Wobei zb. die Shaolin-Mönche die grössten Meister darin waren und sind?
Wenn man weiss, wie man kämpft, und der expansionslustige Gegner weiss auch daß man es weiss, ja dann kann man sich einen gewissen Pazifismus erlauben.
Jedenfalls so lange bis die vernünftigen
Opiumboote in Hongkong anlegen, die vernünftigen Kanonenboote den Mekong hochfahren und die vernünftigen Hubschrauber Napalm über MyLai abwerfen.
my silver buddha – my silver bullet.
Comment / 12-11-2009 / 21:15
ich mag den kühlen, analytischen blick von weit aussen auf ein phänomen; er eröffnet mir u. u. neue perspektiven der betrachtung. wenn ein ökonom auf eine sprituelle angelegenheit schaut, wird er seine vernunft in ansatz bringen, was ich für sinn_voll erachte …
was ich nicht mag, sind beleidigte rund_um_schläge, wie sie kritik am islam mit einer gewissen automatik bei den meisten seiner angehörigen zu provozieren scheint – dabei absichtlich (?) ignorierend, dass der ‘gegner’ selbstkritik (bis hin zur selbstzerfleischung) aus abscheu vor sich und seinem möglicherweise falschen denken + handeln zu den wichtigsten tugenden zählt.
nein, muslime haben sich kein auschwitz vorzuwerfen, aber sie werfen sich auch nicht vor oder stehen nicht auf, wenn teile der weltweiten ‘gemeinde’ den jihad gegen ‘ungläubige’ predigen, bzw. ihn in die tat umsetzen; das macht sie verdächtig, an sich und andere (menschen!) zweierlei moralische massstäbe anzulegen …
Comment / 12-11-2009 / 23:11
@ Sklave “der erfolgreiche Inquisitionsberater Thomas von Aquin … Mit dessen ‘Summa gegen die Heiden’ (gemeint waren die spanischen Muslime) wurde auch die Inquisition in Aragon eingeführt, von dem, der die Summa in Auftrag gab”
Kühne Behauptungen.
1. Der Titel “Summa contra Gentiles” stammt nicht von Thomas.
2. Mit “Gentiles” bezeichnet Thomas die antiken Heiden, als es noch keinen Islam gab.
3. Eine Beauftragung durch Raimund von Peñafort ist unwahrscheinlich (die Info stammt aus einer Heiligenlegende, die mehr als 30 Jahre nach dem Tod von Thomas verfasst wurde).
4. Für die Mission ist der Text ungeeignet, da zu philosophisch.
5. Für die Inquisition schon gar nicht, da ein Dialog auf Grundlage der natürlichen (allen gemeinsamen) Vernunft angestrebt wird. Eine direkte Beratertätigkeit ist nicht gegeben. Die “Summe” ist in Paris abgefasst worden und ist wahrscheinlich ein Diskussionsbeitrag in der Auseinandersetzung mit den dortigen Aristotelikern, die sich auf Averoes stützten und radikaler als Thomas waren.
6. Thomas schätzt Avicenna in dem Maße, in welchem er Averoes ablehnt. (Einzige Kritik an Avicenna ist die Seelenlehre, in der Thomas die Einheit der Seele vertritt und Avicenna eine geteilte: geteilt in eine individuelle und eine allen Menschen gemeinsame. Doch Thomas’ Kritik ist sehr vorsichtig und hochachtend. Selbst Averoes wird von Thomas auch zustimmend zitiert.)
7. Glaube und Zwang schließen einander aus. Sagt Thomas.
Comment / 12-11-2009 / 23:15
Schon betreibt der Vernunftist Selbstzerfleischung, die nur keinesfalls zum Einhalten seinerseits gegenüber seinem Opfer führt, da sie ebenso destruktiver Ausdruck seines rationalistischen Amoklaufes ist, der dann leider auch nicht vor ihm selbst halt macht,
denn schließlich, und das weiß seine distanzierte Vernunft nunmal, ist er im Kern selbst unvernünftig, und damit selbst sein Gegner.
Das macht die Sache für seine Opfer nur noch schlimmer, denn jetzt müssen die auch noch seine Wut über seine eigene Unvernunft ausbaden.
Selbstzerfleischung bringt also gar nix. Wer immer hier gemeint war (mir fällt hier keiner ein), er möge bitte damit aufhören.
Comment / 12-11-2009 / 23:20
@Stefan Blankertz,
danke für die Klarstellung.
Immer gut, wenn Leute wissen, wovon sie reden.
Dann werde ich mir die Schriften des Thomas zu Weihnachten wünschen.
Den Dawkins aber erst nächstes Jahr,
schliesslich muss ich erst gegen diesen Heiden gewappnet sein.
Comment / 12-12-2009 / 07:55
>>> “Wer immer hier gemeint war (mir fällt hier keiner ein)”
mir auch nicht. gemeint ist das bedürfnis und die fähigkeit zu reue / busse / erkenntnis eigener schuld und die abkehr von einer als falsch erkannten haltung – als ein bewusster akt der umkehr. die juden machen eine zehn_tägige praxis daraus (teschuwah), im islam vertraut man m.w. auf allahs barmherzigkeits_vorschuss und betet* turnusmässig.
*wofür es im deutschen die worte ab- oder herunterbeten gibt (auch unter christen + juden nicht unbeliebt). ob und wo die ultimative einsicht bleibt, weiss ich nicht, soll aber helfen, heisst es. kommt mir vor wie eine versicherungs_leistung gegen den un_verstand.
religions_praxis ist ein schlechter witz, macht aber was her …
‘menschen sind komische tiere’.
Comment / 12-12-2009 / 14:43
Gähn.
Comment / 12-12-2009 / 16:39
Ja, es ist 1 Kreuz.
Der Sklave ist müde?
Komme er doch in mein Lazarett.
Comment / 12-12-2009 / 19:44
@ Sklave: “Dann werde ich mir die Schriften des Thomas zu Weihnachten wünschen. Den Dawkins aber erst nächstes Jahr, schliesslich muss ich erst gegen diesen Heiden gewappnet sein.”
Viel Spaß bei der Lektüre.
Aber Achtung: Vielleicht ist Thomas der Heide und Dawkins der Gläubige. Ein Kritiker von Dawkins These vom egoistischen Gen hat auf die Analogie zur Erbsündenlehre hingewiesen.
Comment / 12-12-2009 / 20:54
@ Jesus von Lazarett
mein pestkrankenhaus bleibt über die feiertage geschlossen; wenn du müde krieger einweisen willst, wende dich an die hospitäler in bagdad oder kabul.
noch führe ich das haus, mein sohn.
Comment / 12-13-2009 / 12:07
Aber Maria, unbekannterweise, ich würde doch auch niemanden, nur weil er mal müde ist, in Dein Pestkrankenhaus schicken wollen. Da herrscht doch hohe Ansteckungsgefahr.
Das mit der Diagnostik solltest du daher dringend nochmal üben, auch Deine Selbstdiagnose als Heilige ist womöglich behandlungsbedürftig.
Denn daß Heilige über die Feiertage – oder überhaupt – geschlossen haben, klingt mir noch bizarrer als Dein Wahn, meine Mutter zu sein. Nur weil Du Maria heisst?
Wahrlich, ich sage Dir, es gibt viele mit Namen Maria, aber nur eine davon ist meine Mutter.
Mögest Du gesunden!
Comment / 12-13-2009 / 12:35
Schade, ich wäre ja gern mal auf Krankenkassenkosten nach Venedig gereist,
Ansteckungsgefahr hin oder her. Ich habe schon viel durchgemacht, und mein Immunsystem ist durchtrainiert.
Aber wenn die Frauen nicht mitspielen, muß mann das halt akzeptieren.
Naja, dann buche ich statt dessen vielleicht mal so einen Billigflug, wenn mein Herr mich freilässt.
Das wird Er doch irgendwann, oder was meinst Du, Jesus?
Comment / 12-13-2009 / 13:48
@ Jesus von Lazarett
ich danke dir!
auf deine frage:
>>> Nur weil Du Maria heisst?
… antworte ich dir: das auch, aber erst, seit du, multipler, dich ‘Jesus von Lazarett’ nennst, wobei mich – ich gebe es zu – allein die phonetik des titels (und weniger dein virtuelles antlitz) sehr warm an den kalten ort erinnert, an dem ich dich als frucht meines leibes geboren haben könnte. you remember? nein? okay, dann war’s another personal jesus …
die verbal_adoption will ich also zurückziehen … dir aber mit auf den weg geben, dass du von vorschnellen urteilen absehen mögest, die die führung meines hauses und meine qualifikation schlecht_hin betreffen: ich beschäftige, befeuere und befruchte – nomen est omen – sieben immunologen, die jede eingeschleppte pest, auch die der (ideologisch) müden oder fanatischen, zu behandeln wissen. sie gehen dafür durch die hölle (der ungläubigen) – bei tariflicher bezahlung.
@ Sklave
sei mir willkommen – so ER dich lässt. ich öffne einen seiten_flügel.
Comment / 12-13-2009 / 14:03
>>> “Ein Kritiker von Dawkins These vom egoistischen Gen hat auf die Analogie zur Erbsündenlehre hingewiesen.”
peccatum originale originatum? kann ich als reine’ (oh, franz.: königin!), na, jedenfalls gefühlt reine, nicht nachvollziehen, verstehe also auch die analogie nicht … hmm.
Comment / 12-14-2009 / 10:57
@ santa maria di lazaretto: Brian Goodwin, Der Leopard, der seine Flecken verliert (1994), München 1997, S. 63f: “Dawkins’ Beschreibung der Darwinschen Evolutionsprinzipien läßt sich folgendermaßen zusammenfassen:
1. Organismen werden durch Gruppen von Genen geschaffen, die danach streben, möglichst viele Kopien von sich selbst anzufertigen. Das Erbmaterial ist egoistisch.
2. Die dem Erbmaterial inhärenten egoistischen Eigenschaften spiegeln sich im Wettbewerb zwischen den Organismen wider […].
3. Organismen versuchen unentwegt, besser zu werden […]
4. Paradoxerweise können Menschen jedoch atruistische Eigenschaften entwickeln, das heißt, sie können ihren angeborenen Egoismus mit Hilfe erzieherischer und anderer kultureller Bemühungen überwinden.
Kommt Ihnen diese Liste nicht irgendiwe bekannt vor? Ich möchte Ihnen nun eine sehr ähnliche Liste von Prinzipien aus einem anderen Bereich vorstellen:
1. Der Mensch ist in Sünde geboren; die menschliche Natur ist schlecht.
2.Der Mensch ist deshalb zu einem Leben voller Widersprüche und
3. ständiger Mühsal verdammt.
4. Durch den Glauben und durch sittliche Anstrengungen kann der Mensch aus seinem Zustand der Gefallenheit und des Egoismus errettet werden.
Wir sehen also, daß die Dawkinssche Darstellung des Darwinismus […] ihre metaphorischen Wurzeln in einem unserer grundlegendsten kulturellen Mythen hat.“
Dawkins als indirekter Mittler des Gotteswahns – wenn das keine gelungene Volte ist.
Comment / 12-14-2009 / 13:01
Erbsünde? Fitra!
http://de.wikipedia.org/wiki/Fitra
Comment / 12-14-2009 / 13:49
Jessas, wo ich nun vom Befeuern der tariflichen Hölle der Ungläubigen las,
bin ich doch ganz froh daß der HERR mich bisher nicht freigelassen hat.
Gar nicht auszudenken, wo ich sonst gelandet wäre…
Comment / 12-14-2009 / 15:43
>>> Dawkins als indirekter Mittler des Gotteswahns
Ja, wahnsinn, und danke für die aufschlüsselung! er war mir ja von anfang an verdächtig, als sie ihn (via ‘nikolaus’
in die ff einschleusten (-; !
vom vernunft-basierten recht abgesehen, haben wir also (laut ziffer 4) die wahl zwischen vernunft oder wahn … oder vernunft plus wahn (was paradox, aber kein wahnsinn wäre) … oder eben dem wahn, allein mit der vernunft auszukommen, was ich wahnsinnig schwierig finde (-: …
ich und mein haus lassen herzlich grüssen!
Comment / 12-14-2009 / 15:47
… und du, Sklave, weisst nicht, was du redest und vor allem: was dir entgeht!
aber gesegnet seist du – von mir und vom haus!
Comment / 12-15-2009 / 02:09
Santa Maria, Insel, die aus Träumen geboren,
isch hab’ meine Sinne verloren, in dem Fieber, das wie Feuer brennt.
Santa Maria, nachts an deinen schneeweißen Stränden
hielt isch ihre Jugend in den Händen,
Glück, für das man keinen Namen kennt.
Sie war ein Kind der Sonne, schön wie ein erwachender Morgen.
Heiß war ihr stolzer Blick, und tief in ihrem Inner’n verborgen
brannte die Sehnsucht,
Santa Maria, den Schritt zu wagen, Santa Maria,
vom Mädchen bis zur Frau.
Santa Maria, Insel, die aus Träumen geboren,
isch hab’ meine Sinne verloren, in dem Fieber, das wie Feuer brennt.
Santa Maria, ihre Wildheit ließ mich erbeben,
mit ihr in Seitenflügeln entschweben
in ein fernes, unbekanntes Land.
Wehrlos trieb isch dahin, im Zauber ihres Läschelns gefangen.
Doch als der Tag erwacht’, sah isch die Tränen auf ihren Wangen,
Morgen hieß Abschied.
Santa Maria, und meine Heimat, Santa Maria, war so unendlich weit…
Santa Maria, Insel, die aus Träumen geboren,
isch hab’ meine Sinne verloren, in dem Fieber, das wie Feuer brennt.
Santa Maria, niemals mehr hab’ isch so empfunden,
wie im Rausch der näschtlischen Stunden,
die Erinn’rung, sie wird nie vergeh’n.
Comment / 12-15-2009 / 02:11
*nach links umkipp* und OFF
Comment / 12-16-2009 / 07:23
@ 42 fever 4 ever
Geht’s wieder, Dicht_er? I hope so!
Es ist nicht gut, sich in so hohes Fieber zu schreiben! Wenn der Sinn kocht und Worte speit (wie Lava der Vulkan), wird das Kölsch warm und das Bett kalt; das isses, und so kommt’s
…
Dennoch: hat je solch’ hymmnischer Ge_sang einer Insel gegolten? Never, 4 ever!
Comment / 12-16-2009 / 08:15
zur sache noch, einer neben_wirkung ihres fiebers, dicht_er: wir lesen diesen thread, seit auch Der HERR/Jesus hier schreibt; wir vertrauen ihm und seinem gefolge. so haben wir es uns erlaubt, eine kopie ihrer open gesourceten ode an ‘santa maria’ zu ziehen und weithin sichtbar am schwarzen brett des hauses zu befestigen. das motiv: sie suggeriert unsereren kölschen kassenpatienten (unter den pestkranken) auf das aller_eindringlichste jene rausch_hafte orts_verbundenheit, die wir für langwierige heilungs_zwecke in der lagune so dringend benötigen. bisher konnten wir nur wenige lange halten: wir fanden die worte nicht … sie aber sprachen sie.
hierfür unseren aufrichtigen dank!
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