Vorlesen

Da die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin (Joh 7,53-8,11) in ihrer Authentizität bezweifelt wurde, habe ich nachgeforscht. Einige Anmerkungen:
1. Die Geschichte widerspricht zwar einigen Aussagen des Neuen Testaments, entspricht allerdings anderen. Ist eine Illustration von “richtet nicht” (Mt 7,1; Lk 6,37).
2. Selbst wenn die Geschichte nicht ursprünglich Teil des Evangeliums nach Johannes war, kann sie durchaus aus mündlicher Überlieferung von Jesus-Geschichten stammen und eingefügt sein.
3. Die ältesten Erwähnungen der Geschichte finden sich um 100 n.Chr. Wenn das Evangelium nach Johannes um 90 n.Chr. entstanden ist, befindet sich dazwischen nur eine Lücke von 10 Jahren.
4. Augustinus schreibt: »Einige Personen mit kleinem Glauben, oder eher Feinde des wahren Glaubens, fürchten, so meine ich, ihren Frauen wäre Straffreiheit vom Sündigen gegeben worden, und so entfernten die aus den Manuskripten des Herrn Tat der Vergebung gegenüber der Ehebrecherin.« Die Auslassung der Geschichte könnte also bewusste Zensur sein und spricht nicht notwendigerweise gegen ihre Authentizität.
5. Wer sich durch viel Material durcharbeiten will: hier.