In seinem witzigen Artikel Dionysos im System – Anmerkungen zu ‚trunkener’ Sozialität schreibt Peter Fuchs über Niklas Luhmanns ‘Lebensmotto’ in einer Anmerkung:
Es ist mehr als bezeichnend, daß Luhmanns ‚Lebensmotto’ lautete: „Guter Geist ist trocken.“ Aber auch hier findet sich wieder einmal die Luhmann´sche désinvolture, seine Form der grazilen Frechheit, denn Geist, gar guter Geist, ist ein Wort, das für hochprozentige Getränke ebenfalls benutzt wird, so wie das Wort ‚trocken’ für herbe Weine reserviert ist, und so, wie man überhaupt sagt: in vino veritas – oder auch vom ‚Weingeist’ spricht. Daß im Asbach Uralt der Geist des Weines ist, das wird manch einer noch in den Ohren haben.
Allein wegen der Formulierung ‘grazile Frechheit’, die einen ganzen Kosmos an Konnotationen erweckt und ein feines Talent zum Würzen verrät, ist mir dieses Denken über einen mit Leichtigkeit unsensibel dekonstruierbaren Textstumpf sehr sympathisch. Und wer dann noch an die männlich-brummbärige Stimme der Asbach Uralt-Werbung erinnert, hat mich gänzlich eingewickelt …