Vorlesen

die tatsache, dass wirklich liberale menschen irgendwie ungelitten sind, liegt weniger in der tatsache der unleidlichkeit derselben (ich habe sie als wirklich schöne menschen kennen gelernt) als in der ebenso unbestreitbaren tatsache der miesen qualität scheinliberalen auftretens der lautstärksten kohorten des unreflektierten eigennutzens.

wie immer bestes beispiel ist die ef. in einem unsäglichen artikel lässt sich folgendes lesen (auf den sprachgestus wird besonders hingewiesen!):

Nachdem die wenigen Ureinwohner ausgerottet und die Insel unter französische Herrschaft gelangt war, blühte dort über hundert Jahre lang der Zuckerrohranbau, der mithilfe aus Afrika importierter Sklavenheere betrieben wurde. Haiti wurde zu Frankreichs ertragreichster Kolonie. Als aber im französischen „Mutterland“ die Revolution ausbrach und Robespierre und seine Anhänger die Oberhand bekamen, konnte es nicht ausbleiben, dass einzelne Schwarze, die aufgrund besonderer Umstände eine bessere Bildung genossen hatten, von der in der Metropole herrschenden Gleichheits-Idee angesteckt wurden. [...] Das heutige, nicht erst durch das aktuelle Erdbeben ausgelöste gesellschaftliche und politische Desaster Haitis nahm seinen Lauf mit der nach der Revolution eingeleiteten egalitären Landreform.

schlimm ist also nicht, dass christliche arschlöcher menschen zuhauf massakriert haben, ausgelöscht; dass die entvölkerten landstriche mit blutig geernteten sklaven aufgefüllt und brutalst profitabel bewirtschaftet wurden; dass das blühen der wirtschaft nur auf dem blut und schweiss von rechtlosen knechten wuchs und gedieh … NEIN! empörend war eigentlich nur, dass diese christlich-paradisischen zustände beendet wurden (wie hilflos und dumm auch immer)!

ach ihr christen, fasst euch an die eigene nase: wer so sich jeden möglichen respekt verspielt hat (mitsamt den heutigen christlichen kohorten der besseren werte), der sollte nicht ‘rumpupen von selbsteigentum und verantwortung. der sollte sich in die dunkelste ecke des universums verziehen und bitterlich weinen.