Vorlesen

(via Demokratisches Waffenarsenal) Ingo hat des Gutächslers Sherlock Michael Holmes Beitrag zu einer Veranstaltung "Zur Kritik der Kritischen Theorie" veröffentlicht. Da werde ich noch mal gründlicher d'rangehen, aber prima vista erst einmal ein kleiner Scherz:

"Das Zentrum seiner [Adornos] Philosophie ist ohne Zweifel die Kritik der warenförmigen Gesellschaft. Es ist schwer, auch nur eine Seite in seinem Gesamtwerk zu finden, an der sich das nicht zeigen ließe." Da mich das Schwere reizt ("Wir kennen keine 'Probleme', nur 'Herausforderungen'!&quotWink, habe ich in drastischem Selbstversuch diese falsifizierbare Behauptung (die ganz locker vom Hocker eine ziemlich genaue Übersicht über das gesamte Adornosche Werk vorzutäuschen sich bemüht behauptet)  auf Stichhaltigkeit untersucht: mit kühnem Griff und geschlossenen Augen habe ich aus meinen 0,95 Metern Adorno (geschätzt – bin ja schliesslich kein zahlengeiler Positivist) ein Bändlein gezupft und (ebenfalls mit geschlossenen Augen) zwei Seiten mit Zetteln markiert, die die aufgestellte These very- oder falsifizieren helfen sollten.

Das Ergebnis: stw 10.1 (Kulturkritik und Gesellschaft I), S. 163 (Arnold Schönberg 1874 – 1951) + S. 321 (Im Jeu de Paume gekrizelt) – und (ich bitte mich dringend zu falsifizieren!) nüscht + garniX von 'Kritik der warenförmigen Gesellschaft'.

Das war nicht schwer. Holmes ist falsifiziert (da sollen sich die Popperianer einfallen lassen, was für Schlüsse aus dieser Behauptungsfalsifizierung zu ziehen sind …). Demnächst mehr. Obwohl: beim Schiffeversenken würde ich sagen: Flugzeugträger ade – der Rest ist Fleissarbeit. Und ich bin nicht fleissig, wenn's nicht um meinHerz geht.