(via Demokratisches Waffenarsenal) Ingo hat des Gutächslers Sherlock Michael Holmes Beitrag zu einer Veranstaltung "Zur Kritik der Kritischen Theorie" veröffentlicht. Da werde ich noch mal gründlicher d'rangehen, aber prima vista erst einmal ein kleiner Scherz:
"Das Zentrum seiner [Adornos] Philosophie ist ohne Zweifel die Kritik der warenförmigen Gesellschaft. Es ist schwer, auch nur eine Seite in seinem Gesamtwerk zu finden, an der sich das nicht zeigen ließe." Da mich das Schwere reizt ("Wir kennen keine 'Probleme', nur 'Herausforderungen'!"
, habe ich in drastischem Selbstversuch diese falsifizierbare Behauptung (die ganz locker vom Hocker eine ziemlich genaue Übersicht über das gesamte Adornosche Werk vorzutäuschen sich bemüht behauptet) auf Stichhaltigkeit untersucht: mit kühnem Griff und geschlossenen Augen habe ich aus meinen 0,95 Metern Adorno (geschätzt – bin ja schliesslich kein zahlengeiler Positivist) ein Bändlein gezupft und (ebenfalls mit geschlossenen Augen) zwei Seiten mit Zetteln markiert, die die aufgestellte These very- oder falsifizieren helfen sollten.
Das Ergebnis: stw 10.1 (Kulturkritik und Gesellschaft I), S. 163 (Arnold Schönberg 1874 – 1951) + S. 321 (Im Jeu de Paume gekrizelt) – und (ich bitte mich dringend zu falsifizieren!) nüscht + garniX von 'Kritik der warenförmigen Gesellschaft'.
Das war nicht schwer. Holmes ist falsifiziert (da sollen sich die Popperianer einfallen lassen, was für Schlüsse aus dieser Behauptungsfalsifizierung zu ziehen sind …). Demnächst mehr. Obwohl: beim Schiffeversenken würde ich sagen: Flugzeugträger ade – der Rest ist Fleissarbeit. Und ich bin nicht fleissig, wenn's nicht um meinHerz geht.
Comment / 10-29-2007 / 00:27
“Es stimmt natürlich, dass auch die kapitalistische Gesellschaft den Reichtum ungleich verteilt. Nur durch diese Ungleichverteilung schafft sie überhaupt die nötigen Produktivitätsanreize.”
In wie weit soll es für mich als Arbeitnehmer ein Anreiz zu sein produktiv zu arbeiten um das Privateigentum einer unproduktiven Minderheit aufrechtzuerhalten die sich eine fremde Arbeit aneignet und ich mir die Produkte garnicht leisten kann??
“Gerade WEIL jeder Produzent sein Produkt verkaufen möchte, muss er peinlich genau auf dessen Qualität achten. Und was qualitativ hochwertig ist, entscheidet allein der Konsument.”
Trugschluss,da das Kaufverhalten des Konsumenten durch Werbung beinflusst wird und durch seine
eigene finanzielle Situation die wiederum er nicht alleine bestimmt sondern durch die Marktgesetzte und
dessen Teilnehmer,indem eine herrschende Klasse einer beherrschten Klasse ihren Willen aufzwängt.
“Die Kritische Theorie spricht auch gerne sehr generell von den angeblich katastrophalen Wirkungen des Kapitalismus auf die Gesamtgesellschaft. Es sei der Kapitalismus, der direkt zu Rassismus und Verbrechen, Krieg und Faschismus führe. Statt eines Beweises werden uns absurde Analogieschlüsse präsentiert.”
Der Beweis liefert unsere eigene Geschichte.
http://forum.politik.de/forum/showthread.php?t=138962
http://forum.politik.de/forum/showthread.php?t=138963
“Und die Gründe hierfür liegen ebenfalls auf der Hand: Das Eigentum ist eine der zentralen Möglichkeiten individueller Selbstentfaltung und notwendige Bedingung menschlicher Unabhängigkeit. Erst mit dem Eigentum befreit sich der Mensch aus den Fesseln der Stammesgemeinschaft. Und mit jeder Liquidierung des Privateigentums wird er wieder ins Kollektiv zurück gezwungen. Wer die Wirtschaft planen will, muss auch die Handlungen der Menschen planen.”
Hier wird unterschlagen das das Privateigentum auf den Lebensgrundlagen anderer Menschen aufbaut und das die herrschenden Privateigentümer sehr wohl unser Leben bestimmen.Hier wird wirtschaftliche Freiheit
mit individueller Selbstentfaltung und notwendige Bedingung menschlicher Unabhängigkeit
gleichgestellt,was natürlich absurd ist,denn ein Unternehmer/Kapitalist ist nicht unabhängig denn er lebt davon das er sich eine fremde Arbeit aneignet,er kann auch ohne die Gesellschaft garnicht existieren da er aus ihr Resourcen bezieht,er beinflusst widerum die Gesellschaft mit seinem privateigentnützigen Handeln,,Arbeitnehmer müssen sich den marktgesetzen in der Regel bedingungslos anpassen.Hier wird also suggeriert das ein Individuum im Kapitalismus unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen existieren kann,was aber definitiv nicht stimmt.Hier wird also geleungnet das die beherrschte Klasse in Abhängigkeit der herrschenden Privateigentümer stehen,was hat diese Abhängigkeit mit individueller Selbstentfaltung und notwendige Bedingung menschlicher Unabhängigkeit zu tun??
“Die kapitalistische Produktion ist keineswegs ziellos und sinnentleert, keine „Produktion um der Produktion willen“ (Adorno). Sie endet immer aufs Neue in der Befriedigung eines Bedürfnisses.”
Fragt sich nur wessen Bedüfnisses?Wohl die der Privateigentümer,der Marktkontrolleure.Was ist mit sozialer Sicherheit,Gesundheitsversorgung,sind das keine Bedürfnisse??Wie diese durch den Markt befriedigt werdensehen wir ja.Wenn der Kapitalismus alle Bedürfnisse befriedigt warum wurden damals die Sozialsysteme eingeführt,der Kapitalismus kann nur solange Bedürfnisse befriedigen solange der Mensch sich zum Marktsubjekt reduzieren lässt,ein Entkommen wird mit sozialen Abstieg bestraft.Wie sieht denn hier die individueller Selbstentfaltung und notwendige Bedingung menschlicher Unabhängigkeit aus??Mit
Freiheit ist nichts anderes gemeint als Deregulierung, Privatisierung und Sozialabbau Freiheit im Sinne
von Rücksichtslosigkeit, Asozialität, Entsolidarisierung.
Es gibt im Kapitalismus keine Wissenschaft sondern nur käuflichen Unsinn und das was sich heute
Liberalismus nennt ist eine totalitäre Marktidiologie.
http://forum.politik.de/forum/showthread.php?t=142264
“Kapitalistische Libertäre erkennen keine positiv definierten Rechte wie etwa das Recht auf Nahrung, Obdach oder Gesundheitsfürsorge an, sondern nur negativ definierte, wie das Recht, nicht angegriffen, missbraucht, beraubt oder zensiert zu werden. Nach ihrer Theorie ergibt sich daraus eine klare Eigentumsordnung. Nur den Rechten, die sich aus dieser Eigentumsordnung ergeben, gestehen sie Schutzwürdigkeit zu.”
“Was die “Libertären” mit den Rechtsextremisten versöhnt ist ihr Sozialdarwinismus und ihr Kampf gegen Demokratie und Arbeiterbewegung. Deshalb haben Hayek und Friedman ja den chilenischen Faschismus unterstützt. Letztlich versuchen die Faschisten die Arbeiterbewegung durch völkisches Denken und einen Staat im Dienst der Monopole zu beseitigen, während die “Libertären” die Macht lieber direkt in die Hände der Monopole legen und der Arbeiterbewegung durch private Schlägertrupps (als ein solcher Begann ja auch die SA und so begann die Karriere Mussolinis) bekämpfen. Die Faschisten sind in gewissem Sinn also intelligenter als die eindimensional ausgerichteten “Libertären”, denn sie erkennen die Notwendigkeit, soziale Integration mit Sozialdarwinismus zu verbinden. Mit ihrem völkischen Denken schaffen es die Faschisten immerhin ein imaginäres Kollektiv anzubieten, welches das Individuum auf Basis seiner kompletten Negation einbindet und verfügbar macht für äußere Zwecke. Der Libertäre kennt nur die Keule sozialer Desintegration und Entrechtung, weshalb in der Realität der Monopolkapitalismus eher in den praktikableren Faschismus übergeht als in den utopischen Libertarianismus.”
“Von dieser Position aus ist der Eigentumsbegriff des kapitalistischen Libertarismus letztlich auf Faustrecht begründet und nicht mehr auf einem, wie auch immer zu begründenden, Gerechtigkeitsgedanken (auch wenn Libertäre dies behaupten würden). Kritiker erklären, dass der libertäre Eigentumsbegriff nur dann tatsächlich auf Gerechtigkeit basieren könne, wenn von einem unrealistischen Menschenbild ausgegangen werde, in dem Menschen z.B. grundsätzlich ohne Zwang auf freiwilliger Basis kooperativ seien.”
“Der “Privateigentums”-Begriff der Libertären ist utopisch und total selbstwidersprüchlich, denn ohne Staat und staatliches, also allgemeines und gleiches Recht, gibt es auch kein “Privateigentum”. Letzteres ist nämlich eine Kategorie des Rechts. Ohne “Recht” im Sinne allgemein gültiger, durch einen Gesellschaftsvertrag verbindlich fixierter und allgemein anerkannter Regeln kann es eine rechtliche und damit geschützte Institution wie das “Privateigentum gar nicht geben.”
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/the_road_to_1984/
“Das stimmt nicht ganz. Hayek geht weiter! Er geht sogar zwei Schritte weiter. Er behauptet nicht nur, dass der Nationalsozialismus eine Form des Sozialismus war. Er behauptet außerdem, dass der Nationalsozialismus die konsequenteste Form des Sozialismus war, die höchste Stufe sozusagen. Und diese These habe ich in dieser Form bisher NUR bei Hayek gefunden, der sie übrigens gut begründet.”
Es war der Kapitalismus und seine hervorgebrachten gesellschaftlichen Widersprüche die die Grundlagen der sozialistischen Revolution geliefert hatten ,diese historischen Zusammenhänge werden hier einfach unterschlagen.Faschismus(Nationalsozialismus) und Sozialismus sind entgegengesetzte Strömungen,das ist eindeutig Desinformation wenn man das gleichstellen will.
“Schade, dass Orwell den Sieg der Demokratien über den rechten und linken Totalitarismus nicht mehr erleben durfte. Was er wohl heute sagen würde?”
Wo haben wir heute bitte eine Demokratie??
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